Happy End! - Café International wird beendet

Die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Feldafing-Pöcking schloss am Donnerstag, den 23. Februar 2018 das Projekt Café International ab. "Wir wollten Menschen aus aller Herren Länder und von hier in Kontakt und Beziehung bringen, wollten Heimat auf Zeit sein, Raum für menschliche Wärme und gelebtes Miteinander bieten.", so Pfarrer Michael Stein. Das sei vielfach gelungen. Insbesondere für die Menschen, die mit der Flüchtlingswelle 2015 stellten sich heute andere Herausforderungen und Probleme, für die das Café International nicht die notwendige Unterstützung bieten könne. "Wenn das Café jetzt schließt, ist das im Grunde ein Zeichen dafür, dass es erfolgreich war und seine Aufgabe erfüllt hat", sagt Pfarrer Stein.

119 Wochen öffnete das Café jeden Donnerstag die Türen. Es war eine Anlaufstelle für Menschen aus aller Welt, gleichgültig woher, wie alt, welcher Religion. Die Menschen kamen miteinander ins Gespräch, lernten sich und die Herkunftsländer kennen, bauten Ängste ab und Freundschaften auf. Es gab einen warmen Raum, etwas Warmes zu trinken und etwas zu essen, es wurde gemalt, gebastelt, gespielt, musiziert. Und es wurde über "Gott und die Welt" gesprochen. Michael Stein bemerkt dazu: "Mich lässt das Gefühl nicht los, dass wir hier in dieser Zeit ganz nah dran waren an dem, was unsere Aufgabe als Christen für die Welt ist."

Die Dankbarkeit für die enorme Unterstützung des Café International durch das freiwillige Engagement stand bei der Abschlussfeier im Vordergrund. Dennoch spricht Stein auch die veränderte politische Großwetterlage an, die ihn "mehr und mehr traurig stimmt". Viele der Entscheidungen auf höheren politischen Ebenen zielten heute darauf ab, es den Menschen, die hier gestrandet sind, möglichst schwer zu machen, ein sinnvolles Leben zu führen, Ausbildung zu bekommen, zu arbeiten oder zu wohnen. Stein: "Deutschland soll als Asyl- und Einwanderungsland möglichst unattraktiv sein bzw. werden. Das viele dieser Entscheidungen Konflikte unter den Gästen und auch zur 'einheimischen' Bevölkerung verstärken bzw. verschärfen, spielt dabei keine Rolle - manchmal hat man gar den Eindruck, das ist gewollt. Da wird subtil Fremdenfeindlichkeit, die bereits vorhanden ist, bedient und gefördert … oder diese überhaupt erst gesät. Mit fremdenfeindlichen Parolen oder mit dem Zeigen von Härte sollen wohl Wahlen gewonnen werden – armes Deutschland, was sagt das über unser Land und viele seiner Einwohner aus. Und man sollte immer daran denken: 'Wer den Wind sät, wird Sturm ernten.'"

"Auch wenn das Café International nun schließt, wird es Ziel des weiteren Handelns bleiben, Willkommenskultur und Gastfreundschaft zu leben, Hilfe, Unterstützung und Nächstenliebe ganz praktisch zu schenken, Frieden und Freundschaft zu sähen, egal woher der einzelne Mensch nun auch stammen mag.", sagt Pfarrer Stein im Blick auf die neue Form der Arbeit im Rahmen eines "Projekts International".