Gelebte Diakonie braucht viele Menschen

Petra Grimm
Bildrechte: privat

Grüß Gott aus der „KASA“ – der Kirchlichen Allgemeinen Sozialberatung!

Jetzt bin ich seit April 2017 hier und lerne Sie und das Dekanat Weilheim langsam kennen: es zeigt sich Vielfalt!

An dieser Stelle möchte ich Ihnen Einblicke geben in meine Arbeit und das Kennenlernen erleichtern: Was passiert eigentlich in der kirchlichen allgemeinen sozialen Beratung? Braucht's die hier? Ist das lebendige Diakonie? Ich erzähle einfach:

Da ist eine 80 Jahre alte Dame verwitwet nun lebt sie in ihrer 70 qm Wohnung alleine und bezahlt die Miete. Es bleibt nahezu nichts übrig von der Rente zum Leben. Sie jobbt noch und verdient 200 Euro dazu. Wie lange das die Knochen noch mitmachen? Schwer zu sagen. „Die Ämter“ sagen, die Wohnung sei nicht förderungswürdig, da sie zu groß sei für einen Menschen – die Dame habe nur Anspruch auf 50 qm Wohnfläche. Und die Kosten für diese 50 qm dürften dann max. 407 Euro Kaltmiete betragen. Die Wartezeit im sozialen Wohnungsbau liegt bei rund 2 Jahren - es könnten auch mehr sein. Der freie Markt hat wenig Interesse für dieses Geld eine „solche“ Mieterin auf zu nehmen. Die Dame möchte bleiben an dem Ort, an dem sie seit rund 40 Jahren lebt, sie Nachbarn kennt und vertraut ist. Sie scheut die Belastung eines Umzugs und die Schulden, die sie machen müsste, um das überhaupt zu bewältigen. Und jetzt?

Jetzt überlegen wir gemeinsam: Was könnte erleichtern? Was würde schlimmstenfalls passieren? Wo könnte eine bezahlbare Wohnung überhaupt gefunden werden? Wo könnte finanzielle Unterstützung herkommen - wer könnte die Entscheidung der alten Dame dort wohnen bleiben zu wollen respektieren und helfen, wenn die gesetzlichen Regelungen nicht mehr tragen und unterstützen? Kein leichter Beratungsweg. Kein Patentrezept in Sicht.

Würde, Achtung, Respekt vor einem gelebten Leben - aber ohne Geld geht es nicht!

Diesmal findet sich eine Stiftung, die mit 100 Euro monatlich zum Lebensunterhalt beiträgt. Ein kleiner erster Schritt.

Gelebte Diakonie braucht viele Menschen, die sie tragen und realisieren helfen: tragfähige Gesetze, sozialen Wohnungsbau, Stifter, Vermieter, Nachbarn, Interesse aneinander und füreinander. Gerne können Sie sich an mich wenden, wenn Sie bezahlbaren Wohnraum für „solche“, die durchs Raster fallen zur Verfügung stellen möchten, wenn Sie spenden möchten, wenn Sie mit am Besuchsdienst mitarbeiten möchten - oder wenn Sie Fragen und Anregungen haben.

Mit herzlichem Gruß
Petra Grimm