Erklärung zum Jubiläum der Reformation

500 Jahre nach Luthers Thesenanschlag sehen wir uns gestärkt, konkrete Schritte zu gehen, die unser Gebet, unsere Lehre und unser Handeln im Geist der ökumenischen Geschwisterlichkeit noch weiter voranbringen.

Im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes wollen wir die grundlegenden Gemeinsamkeiten im Glauben und in der Verkündigung immer wieder sichtbar machen und auf dem Weg des ökumenischen Lernens kontinuierlich voranschreiten.

Im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes streben wir danach, gemeinsam in dieser Welt Zeugnis von Gott abzulegen, der ein Gott des Friedens und der Hoffnung ist. Wir bemühen uns, wo immer es möglich ist, gemeinsam zu handeln und einander aktiv zu unterstützen, nicht zuletzt in Fragen der Caritas und Diakonie, der sozialen Gerechtigkeit, der Friedenssicherung und der Wahrung der Menschenrechte.

Im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes beabsichtigen wir, die ökumenische Kultur des Dialogs und der Zusammenarbeit auf allen uns zugänglichen Ebenen des kirchlichen Lebens zu fördern und zu intensivieren. Dabei wollen wir uns an der Charta Oecumenica orientieren, auf die wir uns durch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen verpflichtet haben. Wir wollen in unseren Gottesdiensten immer wieder für das Miteinander der christlichen Konfessionen und die ökumenischen Partnerinnen und Partner beten.

Im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes nehmen wir uns fest vor, alles zu unterlassen, was Anlass zu neuen Zerwürfnissen zwischen den Kirchen gibt. In strittigen Fragen werden wir vor Entscheidungen den Dialog suchen.

Im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes versuchen wir, den konfessionsverbindenden Ehen zu helfen, ihren gemeinsamen Glauben zu stärken und die religiöse Erziehung ihrer Kinder zu fördern. Die ökumenische Grundhaltung soll in allen Ehen unserer Kirchen wachsen.

Im Vertrauen auf die Kraft des Heiligen Geistes werden wir noch weitere Schritte auf dem Weg zur sichtbaren Einheit der Kirchen gehen. Im Geist Jesu Christi, der uns sagt: „Sie sollen eins sein, wie ich und der Vater eins sind“, wollen wir heute und immer wieder miteinander und füreinander beten. Amen.

 

 

Tutzing, 31. Oktober 2017

  • Peter Brummer, Pfarrer
  • Ulrike Wilhelm, Pfarrerin
  • Waltraud Brod, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats
  • Gudrun Willbold, Vertrauensfrau des Kirchenvorstands